0

Microstock: Geld verdienen mit Stockfotografie

Frau mit Spiegelreflexkamera

Frau macht ein Foto mit Digitalkamera

Viele Menschen teilen sich ein Hobby – die Fotografie. Überall, in jeder Stadt, in jedem Land, im Urlaub oder zuhause ist die Kamera zur Hand. Um schöne Momente, atemberaubende Landschaften oder interessante Menschen festzuhalten. Viele Hobbyfotografen produzieren so tausende Bilder im Jahr.

Diese schlummern, nach ein-zwei mal anschauen, oftmals leider nur noch auf der heimischen Festplatte des Computers. Denn wer hat schon die Möglichkeit, seine Bilder der Öffentlichkeit zu präsentieren? Sie in Zeitungen zu veröffentlichen, eine Gallerie zu eröffnen oder sie gar zu verkaufen?

An dieser Stelle kommt Stockfotografie – genauer: Microstock-Fotografie – ins Spiel. Im Internet gibt es Bildagenturen, über die jeder seine Bilder verkaufen kann. Einmal bei einer Agentur angenommen und gut verschlagwortet, können Kunden auf der ganzen Welt diese Bilder kaufen.

Diese Agenturen sind im Prinzip riesige Fotoarchive, vergleichbar mit den Lagerhallen großer Unternehmen. Die Fotos werden dort abgelegt und können bei Bedarf von einem Kunden gekauft werden. Damit grenzt sich die Stockfotografie auch stark von der Auftragsfotografie ab, die in Auftrag eines Kunden ausgeführt und in der Regel sofort vergütet wird.

Was kann man dabei verdienen?

Zugegeben, die Verdienstmöglichkeiten klingen zunächst unspektakulär. Gerade als Hobbyfotograf, der nicht professionelle Shootings mit Models im Studio absolviert, liegen die Einnahmen pro Bild und Monat im Schnitt bei unter einem Euro. Doch man kann das so sehen:

Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert

Was heißt das genau? Gerade im Bereich der Stockfotografie ist ein langer Atem gefragt! Wer 10 Bilder hochlädt und dann für sich feststellt, dass sich das nicht lohnt, sollte erst gar nicht damit anfangen. Wer aber bereit ist, über einen Zeitraum von mindestens 1-2 Jahren regelmäßig Bilder einzustellen, wird am Ende belohnt. Die Portfoliogröße sollte mittelfristig mindestens hunderte, besser tausende Fotos beinhalten. Klingt viel, ist in Zeiten der digitalen Fotografie aber nicht unrealistisch.

Ich hatte meinen ersten Verkauf, als mein Portfolio bei einer Agentur ca. 50 Bilder umfasste. Eine in meinen Augen recht unspektakuläre Wiese mit Heu. Aber offensichtlich brauchte der Kunde das Bild und war bereit, dafür zu bezahlen. Wer regelmäßig Bilder liefert, multipliziert dies natürlich und erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, einmal einen Volltreffer zu landen und einen Bestseller zu haben, der sich hunderte mal verkauft.

Etwas fotografisches Talent und Kontinuität voraus gesetzt, ist es möglich, ein nettes Zubrot zum normalen Einkommen zu verdienen. Wer den Traum hegt, finanziell unabhängig zu werden und alleine durch ein passives Einkommen leben zu können, ist bei der Stockfotografie richtig. Dafür muss man aber wirklich fleißig sein und ein großes Portfolio mit hochwertigen Fotos bei einer oder besser mehrerer Bildagenturen aufbauen.

Einstieg in die Stockfotografie

Literatur zum Thema Stockfotografie

Wer sich genauer mit Stockfotografie auseinander setzen möchte, sollte sich einmal das Buch Stockfotografie: Geld verdienen mit eigenen Fotos von Robert Kneschke anschauen. Dieses Buch beinhaltet aktuelle Informationen dazu, wie man erfolgreich Bilder über das Internet verkaufen kann – von der Organisation bis zur Lizenzierung, Ausrüstung, Motivwahl und die Arbeit mit Models sowie Tipps zur Verschlagwortung und den verschiedenen Verkaufsmodellen. Bei Amazon erhält das Buch durchschnittlich 5 Sterne und schneidet damit sehr gut ab.

Generell gilt wohl, dass sich Bilder mit Menschen besser verkaufen als reine Landschaftsaufnahmen. Da dies wegen nötiger „Model Releases“ komplizierter ist und Models auch oft bezahlt werden wollen, habe ich mich persönlich noch nicht daran versucht und kann keine Erfahrung dazu teilen. Für interessierte möchte ich an dieser Stelle noch das Buch Die Arbeit mit Models ebenfalls von Robert Kneschke empfehlen, dass auch mit einer guten 5-Sterne-Bewertung bei Amazon aufwarten kann.

Welche Agenturen sind zu empfehlen?

Im Internet findet man mittlerweile einige Agenturen, bei denen man seine Bilder anbieten kann. Gerade für den Einstieg bietet es sich aber an, sich zunächst auf eine, maximal zwei Agenturen zu beschränken. So hält man den Arbeitsaufwand (Stichwort: Upload, Verschlagwortung) im Rahmen und kann erst einmal beobachten, wie sich alles entwickelt. Doch mit welchen Agenturen sollte man anfangen? Ich empfehle, Agenturen zu wählen, die übersichtlich sind und einen guten Verdienst ermöglichen.

Gerade im deutschsprachigen Raum ist die Bildagentur Fotolia* zu nennen. Schön ist, dass Titel und Keywords auf Deutsch angegeben werden können. In Rankings von mehreren Fotografen schneidet diese regelmäßig als Agentur mit dem höchsten Ertrag ab. Auch ich kann das bestätigen, obwohl ich noch Newcomer in dem Bereich bin.

Direkt auf Fotolia folgt die Agentur Shutterstock*. Zusammenfassend, vor allem im Vergleich zu Fotolia, kann man sagen: Weniger Ertrag pro Bild, dafür aber mehr Verkäufe. In der Summe tut sich da nicht viel. Weiterhin ist wichtig, dass die Verschlagwortung bei Shutterstock auf Englisch erfolgen sollte. Wer dabei Probleme hat, kann sich auch Keywords aus ähnlichen Bildern vorschlagen lassen. Wichtig: Um bei Shutterstock Bilder anbieten zu können, muss man sich mit 10 ausgewählten Bildern bewerben. Mussten bis vor kurzem noch 7 von 10 dieser Bilder akzeptiert werden, hat Shutterstock diese Hürde Stand Dezember 2015 auf 1 von 10 Bildern reduziert. So ist es relativ einfach, bei Shutterstock als Fotograf akzeptiert zu werden. Falls es im ersten Anlauf nicht klappt: Einfach noch mal versuchen!

Welche Ausrüstung wird benötigt?

Die meisten Fotografen setzen wohl auf Spiegelreflexkameras (DSLR). Durch die Ergänzung mit unterschiedlichen Objektiven ist man mit einer DSLR gut für die Stockfotografie gerüstet. Gerade für Einsteiger in die Fotografie muss es sich aber nicht um die High-End-Profigeräte verschiedener Hersteller handeln. Auch günstige Einsteigermodelle taugen für Stockfotografen. Lediglich bei der Wahl des richtigen Objektivs sollte man darüber nachdenken, etwas mehr zu investieren. Wer Geld sparen möchte, sollte sich umbedingt auch auf dem Gebrauchtmarkt umschauen.

Neben Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven bieten sich aber auch weitere Systemkameras oder Kompaktkameras aufgrund der teils sehr guten Bildqualität an. Es ist sogar möglich, über die Apps der Agenturen Bilder hochzuladen, die mit einem Handy gemacht wurden. Ein Blitz oder ein Stativ sind sicher eine gute Ergänzung, aber nicht umbedingt Voraussetzung.

Links zum Thema Microstock

 

*Affiliate-Links. Registriert ihr euch darüber bei einer der Agenturen und verkauft oder kauft dort Bilder, bekomme ich eine kleine Provision. Diese wird von der Agentur getragen und ist für euch nicht von Nachteil.

(Visited 229 times, 1 visits today)

Martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.